Urwildpferd

urwildpferdDas Urwildpferd wurde nach seinem Entdecker, dem in russischen Diensten stehenden polnischen General Przewalski, benannt.

Das Przewalski-Pferd ist die einzige fast reinblütig erhaltene, seltene Stammform der Wildpferde. Diese war in Asien und Europa einst weit verbreitet. Das Urwildpferd diente dem Menschen frühzeitig als Jagd- und später als Haustier. In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts sind auch die letzten frei lebenden Przewalskipferde in der Mongolei verschwunden.

Mit dem Beginn eines Wiederansiedlungsprojekt kehrten in den 90er Jahren die ersten Pferde in die angestammten Lebensräume zurück. Der Weltbestand betrug 1997 noch 1.450 Tiere.


Mit einer Kopf-Rumpflänge von 124cm und einer Widerristhöhe von 1,24 bis 1,47m hat es die Größe von einem kleinen bis mittelgroßen Hauspferdes. Charakteristisch für das Przewalski- Pferd ist allerdings sein gedrungener Körper mit breitem Rumpf, sein dicker Hals, der kastenförmige Kopf und die kurzen zugespitzten Ohren, sowie der dunkelbraune bis schwarze Schweif und die ebenso gefärbte Stehmähne ohne Schopf. In der Fellfärbung unterscheiden sich Przewalski- und Hauspferd ebenfalls voneinander. Die Farbgebung reicht von graugelb, isabellfarben bis rotbraun. Dabei sind ein sogenanntes Mehlmaul, heller gefärbter Nasenbereich, und der Aalstrich und gelegentlich auch Beinstreifen an den Hinterseiten der Vorderbeine charakteristisch.

Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal von Haus- und Przewalski- Pferd, ist vor allem ein genetisches und anatomisches. Zum einen besitzt das Przewalski- Pferd eine höhere Anzahl von Chromosomen, 66 statt 64, zum anderen weist es 19 statt 18 Brustwirbel auf.

Das bedeutet, dass sich die Entwicklungslinien von Haus- und Przewalski- Pferd schon vorher getrennt haben müssen, nämlich vor 120.000 bis 240.000 Jahren. Hauspferde sind später domestiziert worden, daher stammen sie nicht vom Przewalski- Pferd ab. Es wird nicht selten als eigene Art beschrieben, da es aber mit unseren Hauspferden uneingeschränkt kreuzbar ist, wird es auch häufig als eine Art mit dem Hauspferd und dem ausgestorbenen Tarpan zusammengefasst.

urwildpferd2Das Przewalski- Pferd lebt in Herden, in sogenannten Familiengruppen, bestehend aus 5- 20 Tieren. Geführt wird die Herde von einem Leithengst und besteht überwiegend aus Stuten und deren Fohlen, sowie einigen Jährlingen. Ältere Hengste finden sich zu Hengstgruppen zusammen bevor sie sich einer Stutenherde anschließen. Przewalski- Pferde können in Gefangenschaft ein Alter von bis zu 34 Jahren erreichen. In freier Wildbahn erreichen sie dieses hohe Alter vermutlich selten.

Das Przewalski- Pferd besiedelte einst die ganze eurasische Steppe, doch gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam es nur noch in der Dschungarei in China vor. Die starke Bejagung und das knappe Futterangebot, Viehzüchter ließen ihr Vieh auf den Weiden der Przewalski- Pferden weiden, zwangen es mehr und mehr ausgedehnte Wanderungen in kargere Hochebenen zu unternehmen.

So war es gegen Ende der 1960er Jahre in freier Wildbahn ausgestorben.

Aber schon zum Zeitpunkt des Jahres 1956 befanden sich nur noch 41 dieser Wildpferde in menschlicher Obhut. Deshalb wurde 1959 das erste Internationale Symposium zur Rettung des Przewalski- Pferdes ins Leben gerufen.

Bereits 1980 gab es in Menschenhand 416 Tiere, 1994 waren es bereits wieder 1400 Tiere.

Alle in Gefangenschaft gehaltenen und gezüchteten Tiere lassen sich auf eine geringe Anzahl von Fohlen zurückführen, die zwischen 1899 und 1904 gefangen wurden. Es gelangten 54 Tiere, 24 Hengste und 30 Stuten, an Zoos und Tiergärten, jedoch verstarb eine große Anzahl der gefangenen Tiere. So das sich nachweislich bestätigen lässt, dass nur 12 dieser Tiere Nachkommen hatten.

Die gesamte heutige Population stammt von 13 Individuen ab, deren Erbgut durch mongolische Hauspferde beeinflusst wurde, da man in Prag einmal eine Mongolenstute einkreuzte und die Prager- Zucht als Grundstock der Przewalski- Pferd- Zucht gilt. Breits seit 1921 werden in Prag planmäßig Przewalski- Pferde gezüchtet.

Surwildpferd2-345.jpgeit den 1960er Jahren finden immer wieder Auswilderungen von Przewalski- Pferden statt. 1992 wurden die ersten Tiere in den Südwesten der Mongolei gebracht und dort 1997, nach einer Eingewöhnungzeit, in die Freiheit entlassen.

In Khustain Nuruu im Zentrum der Mongolei wurden zwischen den Jahren 1992 und 2000, 84 Tiere ausgewildert. 2005 betrug der Bestand fast 200 Tiere.

Auch gab es Auswilderungen in der Gobi, jedoch gestaltete sich dieses Unterfangen schwierig, da das knappe Nahrungs- und Wasserangebot ein Problem für die Pferde darstellte. Im Winter 2000/2001 starben daher 20 der der ausgewilderten 60 Tiere. Doch im Jahr 2005 war der Bestand wieder auf 100 Tiere gewachsen.

Ebenfalls wurden Przewalski- Pferde in der Hortobágy- Puszta in Ungarn und in Tschernobyl ausgewildert.

Im April 1987 kam "Askan" als Leithengst in unsere Zuchtherde. Er blieb bis 1992 Zuchthengst. Von 1992 bis 1996 haben wir nach Absprache mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) eine Zuchtpause eingelegt. Danach war "Garant", ein in Askania Nova gezüchteter Hengst, in der Stutenherde. Nach einem erneuten Zuchtstop war ab November 2004 "Zjadlach" Chef im Harem. Er kam aus einer Hengstherde aus dem Halbreservat in Sprakel zu uns.Inzwischen hat er genügend Fohlen gezeugt. Im August 2012 haben wir ihn als Wallach in das Beweidungsprojekt "Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide" abgegeben. Wenige Tage später kam "Leonid" zu uns. Als gebürtiger Kölner kam er über die Zoos Neuwied und Salzburg nach Springe, wo er bis 2016 zur Zucht eingesetzt wurde.

Verschiedene Organisationen und Institutionen bemühen sich zur Zeit, so genannte Halbreservate zu begründen, aus denen später eine Wiederausbürgerung in die Mongolei und nach China erfolgen könnte. Auch das Wisentgehege Springe beteiligt sich hieran.

 

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