Neuzugang im Wisentgehege: Timberwolfwelpe

Die neue Timberwolf-Generation

Fünf wilde Herzensjäger

08. Juli 2025: Es ist ein heißer Sommertag. Doch das Team des Wisentgeheges kam nicht nur wegen der Sonne ins Schwitzen. Hinter den Kulissen wurde leise und heimlich ein ganz besonderer Einzug geplant – und zwar von fünf kleinen Wolfswelpen.

Es ist 14 Jahre her, dass Timberwolf-Nachwuchs ins Wisentgehege einzieht. Mit der neuen Generation beherbergt das Wisentgehege nun wieder drei Wolfsunterarten: den europäischen Grauwolf, den Polarwolf und nun auch wieder den Timberwolf.

Unsere fünfköpfige Wolfsrasselbande

Unsere fünf jungen Timberwölfe sind vielleicht noch kein richtiges Rudel – aber sie erkunden ihr neues Revier schon sehr neugierig und verspielt. Alle stammen aus demselben Wurf: Drei Rüden (männliche Wölfe) und zwei Fähen (weibliche Wölfe).

Die Geschwister Kenai, Chaska, Gordo, Kimi und Hope wurden alle per Hand aufgezogen.

Achtung: Nachfolgend folgt eine Bildergalerie von den Timberwolf-Welpen, die 2025 ins Wisentgehege einziehen durften. Du kannst die Galerie mit dem nächsten Link überspringen.
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Durch die Handaufzucht sind die Welpen an Menschen gewöhnt

Noch kein Rudel

Die Aufzucht per Hand statt Pfote

Nach ihrer Ankunft lebten die fünf jungen Timberwölfe zunächst abgeschirmt vom Publikum. So konnten sie sich in aller Ruhe eingewöhnen.

Die Handaufzucht übernahm unser erfahrenes Duo-Lupo: Birgit und Matthias Vogelsang. Als die Jungtiere ins Wisentgehege kamen, waren sie gerade einmal drei Monate alt. Geboren wurden sie im April. Doch wieso zieht man sie per Hand auf? Bei jungen Wölfen, die in Gehegen wie dem Wisentgegehe leben, ist die Handaufzucht eine ganz bewusste Entscheidung: So entsteht früh Vertrauen zwischen Tier und Mensch. Das ist wichtig für die spätere Zusammenarbeit und für die Sicherheit der Bezugspersonen– etwa bei Pflege, Wolfspräsentationen oder Führungen. Das wiederum ermöglicht, diese faszinierenden Tiere aus nächster Nähe zu erleben.

Aber Achtung: Durch die Handaufzucht verlieren die Tiere nicht ihren natürlichen Charakter. Die Aufzucht nimmt ihnen nur die anfängliche Scheu vor dem Menschen. Ein Wolf bleibt ein Wildtier – er lässt sich nicht zähmen.

Polarwölfin Jary hilft

Wenig später wagten Birgit und Matthias den ersten Versuch, die fünf kleinen Wolfswelpen mit der erfahrenen Polarwölfin Jary zusammenzuführen. Es war ein Beschnuppern mit Erfolg: Jary adoptierte die Welpen spontan und zeigte sofort fürsorgliches, fast mütterliches, Verhalten.

Die Vergesellschaftung von Jungtieren mit einer erfahrenen Wölfin ist wichtig, um ihnen soziale Strukturen und natürliches Verhalten beizubringen. Eine erfahrene Wölfin kann den Jungtieren zeigen, wie ein Wolfsrudel funktioniert, einschließlich Kommunikation, Jagdtechniken und sozialen Interaktionen. So stellen wir sicher, dass die Jungtiere möglichst artgerecht aufwachsen und lernen, sich in einem rudelähnlichen Gefüge zu integrieren. Nach zwei Tagen trennten wir Jary jedoch wieder von den Welpen, um eine Entfremdung der zweibeinigen Rudelmitgliedern, Birgit und Matthias, zu vermeiden.

Volles Gehege: Gleich sechs Timberwolf-Welpen ziehen ins Wisentgehege ein
Einer der Timberwolf-Welpen frisst unserer Wolfspflegerin sprichwörtlich aus der Hand

Wolfsmäßig am Wachsen

Die zum Zeitpunkt des Einzugs sechs Wochen alten Timberwölfe befinden sich in einer spannenden Entwicklungsphase: Die anfängliche Abhängigkeit zur Mutter – in diesem Fall Birgit, Matthias und „Adoptivmutter“ Jary – wird zunehmend abgelegt. Sie werden jetzt immer unabhängiger, müssen nicht mehr angefüttert werden, lernen „Beute“ zu teilen und interagieren stärker untereinander. In den kommenden Jahren wird sich zeigen, welche Rollen die Tiere übernehmen und wer sich als Leittier durchsetzt. Timberwölfe leben, in der Natur, bis sie geschlechtsreif sind noch im Familienverband. Erst danach bilden sie eigene Rudel. Das passiert etwa im Alter von zwei Jahren.

Eine Zucht der Wölfe im Wisentgehege ist nicht vorgesehen, um Inzucht zu vermeiden.

Was die Kleinen jetzt schon können? Publikums Herzen im Sturm erobern!

Ein neues wildes Zuhause

Die alte neue Timberwolfanlage

Mit dem Einzug der Wolfswelpen wurde auch ihre Anlage vorbereitet – da, wo bereits Timberwolf-Geschichte geschrieben wurde. Denn genau hier lebte bereits 14 Jahre lang die erste Timberwolf-Generation: Nantan, Akela, Yakima und Tala. Sie haben viele Besucher begeistert und so eine ganze Ära im Wisentgehege geprägt. Doch das waren natürlich alles ältere und ausgewachsenen Tiere. Für die Jungtiere wurde die Anlage an ihre Bedürfnisse angepasst.

Mit Kenai, Chaska, Gordo, Kimi und Hope leben nun wieder drei Wolfsunterarten im Wisentgehege: der europäische Grauwolf, der Polarwolf und der Timberwolf. Diese Vielfalt ist in deutschen Wildparks selten – und macht einen Besuch bei uns im Wisentgehege bärsonders spannend!

Ein wichtiger Teil des Wolfsprojekts

Der Einzug der jungen Timberwölfe ist Bestandteil unseres Wolfsprojekts. Ziel ist es, Wissen zu vermitteln, natürliche Verhaltensweisen erlebbar zu machen und ein möglichst realistisches Bild vom Leben dieser faszinierenden Tiere zu zeigen.

Das Projekt umfasst deshalb nicht nur die Haltung der drei Wolfsunterarten, sondern auch Bildungsangebote, Führungen und Präsentationen – direkt vor Ort im Wisentgehege.

Wie kannst du die jungen Timberwölfe erleben?

Unsere jungen Timberwölfe kannst du bereits jetzt bei einem Besuch im Wisentgehege beobachten – bei den Wolfsgehegen in der alten Timberwolfanlage.

Auch an unseren täglichen Wolfspräsentationen (außer montags) um 11:45 und 14:45 Uhr nehmen sie bereits teil. Dabei erfährst du spannendes über Verhalten, Entwicklung und Haltung von Timber- und Polarwölfen.

Und bald gibt es wisentlich mehr zu entdecken: Wir arbeiten an besonderen Wolfserlebnissen mit unseren Wolswelpen, die du direkt buchen kannst.

Alle Termine und Infos findest du hier:

Portrait eines hellen Timberwolf-Welpens