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Vielfraß

Der deutsche Name dieser Tierart stammt vermutlich aus einer Umdeutung seiner Bezeichnung im Alt-Norwegischen. Vielleicht hängt es auch mit der Tatsache zusammen, dass Vielfraße Nahrung, jenseits des Tagesbedarf an ihren Bau schleppen und so Vorratslager anlegen. Wie auch immer, der Vielfraß ernährt sich jahreszeitlich sehr unterschiedlich. In den Sommermonaten ist er eher ein Sammler. Aas, Vogeleier aber auch vegetarische Kost wie junge Triebe und Beeren stehen dann auf seinem Speiseplan. Größere Tiere erbeutet er nur in dieser Jahreszeit bei Gelegenheit zufällig. In den Wintermonaten spielt er seine extreme Anpassung an kalte, schneereiche Lebensräume voll aus. Dann gehören durchaus größere Huftiere wie die Kälber von Elch und Rentier in sein Beutespektrum als Jäger. Eine Tatsache, die ihn bei Rentierzüchtern ungefähr so beliebt macht, wie Wölfe bei Schafshaltern.
Die Zucht der Vielfraße in Menschenhand wird von der europäischen Zoovereinigung (EAZA) in einem Erhaltungszuchtprogramm (EEP) koordiniert. Wenn unsere neue Vielfraßanlage fertig ist, sind wir auch wieder an Zucht interessiert. Zurzeit halten wir zwei weibliche Tiere.

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Vielfraß (Gulo gulo)

  • Synonym: Järv, Bärenmarder
  • Ordnung: Fleischfresser
  • Familie: Marder
  • Vorkommen: Nordeuropa, nördliches Asien, Nordamerika 
  • Lebensraum: Wälder, Tundren und Taiga
  • Länge: bis 110 cm
  • Schulterhöhe: bis 45 cm
  • Gewicht: bis 30 kg (Männchen schwerer und größer als Weibchen)
  • Paarungszeit: Mai bis Juli
  • Tragzeit: ca. 38 Wochen
  • Wurfgröße: bis zu 4 Junge
  • Unabhängigkeit der Jungen: beginnend mit 6 Monaten
  • Geschlechtsreife: mit 2 Jahren
  • Lebenserwartung: bis ca. 16 Jahre (in menschlicher Obhut)
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